Drucken
 
So war´s am 4.07.2011 - mit VIDEO
  
g04.072011
 

Edeltraud Rey, Conrad Cortin, Tatjana Kerschbaumer,

Robert Nehammer, Raimund Fellner, Csaba Gál,

 

 

 

 

Die Mischung macht’s beim KALEIDOSKOP.

Und die hat wieder gestimmt am Abend des 04.07.2011.

gbb

Robert Nehammer

nh

improvisierte zu Beginn wie gewohnt schwungvoll und professionell auf dem Keyboard.

Seine Liebe zur Musik spürt und hört man an jeder gespielten Note.

 

Raimund Fellner

las Ausschnitte aus seinem Roman „Abirrung“.

Wie die Maus dem Käse, so kann auch sein Protagonist seiner Angebeteten nicht widerstehen.

Raimund Fellner philosophiert in seinem Buch unter anderem über die Magie, die in langen Haaren

steckt, über erotische Anziehung, die nicht über gängige Schönheitsideale funktioniert, und durch

die Texte schimmerte eine tiefe theologische Grundeinstellung.

 

Pia Richter-Haaser

las eine Kurzgeschichte von der zwischenzeitlich verstorbenen Trixi von Brühl. Originell, und mit

Spannung ausgebaut, kam die Autorin zu einem für alle überraschenden Schluß.

Den Nachruf für Trixi von Brühl, geschrieben von Anne-Marie Sprotte, las Pia Richter-Haaser ohne

Pathos und falsche Töne. Ein Nachruf so unverkrampft formuliert geht in der Regel stärker unter

die Haut, geht tiefer, als die oft übliche „Tränenelegie“.

 

Edeltraud Rey

edr

Mit ihrer Gitarre und den Liedern von ihrer neuen CD „DREY“, brachte Stimmung in den Saal. Das

Publikum freute sich über das herzhafte bayerische Gemüt, und die Zugereisten erhielten etwas

Nachhilfe, wenn es um Dialektworte ging. Edeltraud Rey zeigte erfrischend geringe Beißhemmung

bei der Auswahl ihrer Themen. Da ging nicht nur dem Bayer das Herz auf. Sie brachte den charmanten

Beweis, dass der Dialekt dem Hochdeutschen weit überlegen ist. Das funktionierte immer: ob sie

nun ihren Unmut ausdrückte über die hoffnungslose Suche nach dem idealen Mann oder in der

nettesten Liebeserklärung, zu der wohl nur eine Bayerin fähig ist.

 

Conrad Cortin

nahm menschliche Schwächen ins Visier und beschränkte sich leider auf nur wenige Texte. Seine

leicht skurrilen, kleinen Geschichten sorgten für eine schmunzelnde Heiterkeit. Da gab es zum

Beispiel das Thema „Höhenangst“. Conrad Cortin bot eine überraschende Lösung an, dieses Problem

zu ignorieren (zumindest für eine längere Zeit). Oder, es gab den „Hypochonder“, der unglaubliche

Strategien entwickelte, um immer wieder bestätigt zu bekommen, dass sein Ende sehr, sehr nahe ist.

 

Tatjana Kerschbaumer

tk

Sprachwitz und Ironie würzten ihre Gedichte. Und die leisen, sensiblen Töne, wenn es um Liebe ging,

klangen noch ziemlich lange nach. Sie nahm sich zum Beispiel den Alltag vor: und täglich nervt die Supermarktkasse! Oder sie erinnerte daran, dass die Politik den „braven Bürger“ nicht unterschätzen sollte und nicht abwarten sollte,

bis „es ihm reicht“! Ihre Endzeitszenarien, voll beeindruckender Intensität, werden sicher noch eine

Weile ungehört an Wirtschaft und Politik vorbeirauschen, aber steter Tropfen höhlt ja bekanntlich

jeden Stein.

 {webplayer category="Kaleidoskop Abend"}