gruppe -w.k Ein großer Abend für das Kaleidoskop.KALEIDOSKOP-ABEND – Montag, 4. Februar 2013  Als Csaba Gál auf die Bühne geht, stehen dort schon große Mengen Musikinstrumente und die Mitglieder des Quartett „Verzupft“ warten gelassen auf ihren Einsatz. Sie fangen heute mit dem Programm an, anders als ursprünglich geplant. Csaba begrüßt das volle Haus zum ersten Kaleidoskop im Jahr 2013. Er liest das Rezept von Jutta Makowski für ein gutes Neues Jahr vor. Die Turmschreiberin, Buchautorin und das langjährige Kaleidoskop-Mitglied hat es wie ein amüsantes Kochrezept formuliert. Leider kann sie nicht mehr dabei sein, im Januar 2013, vor wenigen Tagen ist sie gestorben.Bevor das Quartett „Verzupft“, drei Gitarren und ein Kontrabaß gespielt von einer Dame, musikalisch in Aktion tritt, sprechen sie über ihre Art der Musik. Die Wortschöpfung „hingerotzter Blues“ ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Der fröhliche 4/4Takt des „Herrnberger Hochzeits-Stückls“ inspiriert zum Mitsingen.

 

Doris Leibold tut dies im englischen Liebeslied über die unglücklich langjährige Liebe einer Dame zu einem Soldaten. Das Publikum reagiert bei der Ankündigung gerührt, „Oh,wie kann denn das passieren?“  Die unglaublich klare, reine Stimme, das frische Tempo und ein großartiges Gitarrensolo begeistern das Publikum. Nach dem irischen Titel „Blacksmith“ fragen die Künstler schüchtern an, ob die 15 Minuten vorbei sind? Csaba ruft begeistert: „Nein, noch nicht!“ und so folgen noch 3 Landler im ¾ Takt und frenetischer Applaus. verzupft-w.k Manfred Trautmann, Autor und Theaterregisseur, schreibt in Hochdeutsch und in Bayerisch.Csaba kämpft mit der Aussprache „boarisch“.  Vom Publikum kommt ein überzeugendes „passt scho!“ Manfred Trautmann braucht für seinen hochdeutschen Text: “ Frühlingserwachen“ keinen Simultanübersetzer. Den Frühling fühlt er im linken Ohrläppchen, schon bevor er wach wird. Mal wird es doppelt so groß wie das rechte, beim Gedanken an Radtour und Biergarten, oder es schrumpft, bei Sorgen um Gisela oder Manuela.Wenn er den Vorhang aufreißt, schneit es draußen! Frühling: Viel deutsch in Kälteland! Zurück ins Bett, wenn man sich nicht mehr auf das linke Ohrläppchen verlassen kann.

 

 

 

Beim „Aschermittwoch“ wird es Bayerisch. Der Enkel überrascht den Opa mit der Frage:„Warum heißt der Mittwoch Aschermittwoch?“ Der Bub lässt dem Opa nichts durchgehen von den Erklärungen mit Vulkanen, Aschentonnenmännern und Asche aufs Haupt zum bereuen von saufen, tanzen etc. was die Eltern gerade tun und findet, dass sich der Opa beim Zeitunglesen viel zu sehr aufregt.Beim Text „Volksfest“ wird das Geschick eines Politikers geschildert, der volkstümlich undpolitisch die Anzahl der Biere diplomatisch auseinanderhalten muss, um keinen Fehler zu machen. „Ab der 11. Maß wollen sich die SPDler mit uns verbrüdern, aber da hole ich mir lieber noch eine Maß.“Der Männlichkeitswahn auf der Wies’n ist wieder dem Duo Opa und Enkel gewidmet. Hau den Lukas ist richtige Attraktion dafür und die Frage: weshalb kriegt der Apotheker-Opa das Ding da oben zum 3x drehen, wo der Nichtakademiker-Opa doch die besseren Muskeln hat vom vielen Arbeiten und es nur 2x schafft. Es tröstet nur der Gedanke, dass der Apotheker jaZugang zu Dopingmitteln hat. Der Enkel hat solche Angeberei einfach dick.Csaba hat zwei erfreuliche Mitteilungen zu machen:  dass es 1. eine „Werner Schlierf-Straße“ geben wird, im Andenken an den Kaleidoskop-Gründer und  Autor in bayerischer Mundart und 2.  Franz Eder neuer Turmschreiber wird, durch seine grandiosen Zeichnu ngen. Hermann Bogenrieder aus Markt Schwaben, war ehemals Schulkamerad von Manfred Trautmann. Seine Lieder sind bayerisch rockig oder auch nachdenklich. Dem Gewichtsproblem ist der erste Song gewidmet mit dem Resultat: „wir sind so jung, wir sind so schön, auch wenn wir bald in Rente gehen!  Es folgt eins seiner Lieblingslieder der traumhaft bewegende  „Sternschnuppen-Blues“. Der fröhliche „saudumme Tag“ bringt uns zurück in die Realität. Und weil er mit Leonard Cohen befreundet ist, folgt das „Halleluja“das bei der dritten Wiederholung vom ganzen Publikum zart und gefühlvoll mitgesungen wird.Hermann Bogenrieder stimmt deshalb gleich noch einen Cohen an: First we take Manhatten,and then wie take Berlin! Der bayerische Jodler “Neulich beim Schweinehirt!“ beendet seinenBeitrag unter tosendem Applaus.Nach der Pause erscheint Csaba erst spät im Saal, er hat verzweifelt auf André Hartmannin Kälte und Regen im Vorgarten gewartet, aber André Hartmann sitzt schon längst im Saal .Heini Almstätter legt nach kurzem Kampf mit einem untauglichen Mikro, den weltberühmten Cabarret-Song auf bayerisch hin. Als mal kurz der Text ausfällt, bemerkt André trocken: Man muss ja seine eigenen Texte auch lernen! In der Dekoration für den Sketch wartet Rosanna Gebauer  im Medizinermantel auf den kränklichen, am Stock gehenden Patienten Brandlmeier, der für seinen Eintritt ins Altenheim untersucht werden soll.  Was immer er zu beklagen hat, wird mit einem unmissverständlichen „das ist in Ihrem Alter ganz normal“ abgetan, wie der Titel sagt: „Ganz normal“. Die strenge Frau Doktor ist fast zu niedlich für ihre kaltschnäutzige Rolle, die das Lob der gerechten sozialen Gesundheitsfürsorge vertritt und nichts zum Heilen zu bieten hat. Heini Almstätter legt den Stock ab und greift zum Mikro, um zur Melodie von („All of Me“) sein Schicksal zu beklagen: „Ois is hi, Frau Doktor, ois is hi!“André Hartmann. ist zu spät gekommen, weil er im Haushalt einen besonders großen Teller,seinen Kaleidoskop-Preis, so lange abwaschen musste. Von den eingeladenen Promis kamen nur Absagen: von Beckenbauer, Boris Becker, Reich-Ranitzki, Udo Lindenberg, Rudi Carell, Inge Meisel, Gerd Schröder, Putin, Medwedhew, Gerard Depardieu, Merkl, Frau Merkl – also gut dem Merkl sei Frau – (leider ohne Hosenanzug) kommt die Neujahrsansprache. Der OB Ude meldet sich auch, aber je länger der Redner oder die Rednerin redet, desto schwerer kommt man von Franken nach Kempten oder so weiter……. Wer die Augen zugemacht hat, konnte die ganze Truppe deutlich und unverkennbar reden hören, denn Hartmann ist ein besonders vielfältiger Imitator. Zur Freude des Publikums. Die Improtheater-Truppe „3, 2 stadtlandimpro“ ist heute mit den 3 Mitgliedern Karin Killy, Martin Daniel Selle und Andreas Hacker erschienen. Man duzt sich beim Improtheater: Duzen lieben oder für immer schweigen, ist die Devise. Für die Aktion Impro-Kino entscheidet sich das Publikum für „High Nun“. Es ist eben eine neue Generation am Werkund kennt „High Noon“ nicht ganz sicher. Mit dem Schneebesen verbindet das Publikum „Heidi“ oder auch die „Geier Wally“, nein nicht die sondern der Geier-Wally, wird entschieden. Wo Charles Bronson her kam, ist mir entfallen. Daß dem Öhi von Heidi Sahne geschlagen wird und mit dem Schneebesen ein Küchenmord passiert, genau um 6Uhr 23, das ist eben Improtheater, unterbrochen von kurzen „vorwärts“-Rufen. Das Muscal „Wenn der Constantin(?) Wecker 2x klingelt“ bringt einen Mann mit Krawatte hervor, einen Hund namens Hannelore und wird musikalisch unterstützt durch André Hartmann am Klavier und Andreas Hacker, Gesang. Das Tohuwabohu der Handlung kann ich nicht in magere Worte fassen. Das Ensemble verleiht Csaba eine kleine Glocke für die eine Hand und ein Quietschtier für die andere. Das Stück heißt:  „Wenn der Csaba 2 x klingelt“ und schildert den Tagesablauf eines Moderators, vielmehr Csabas Tagesablauf. Bei Zustimmung soll Csaba mit dem Glöckchen klingeln, bei Ablehnung mit dem Quietschtier grunzen. Wieder Tohuwabohu bis sich die Handlung zu folgenden, zustimmenden Schlussfolgerungen äußert: bester Ehemann, bester Moderator, Weltruhm, Fangemeinde. Es klingelt unaufhörlich. csaba g-a.b  Nicht leicht für Markus Nagy, die Bayerisch-orchestrale One-Man-Show, zu später Stunde als letzter Künstler aufzutreten. Aber er ist tatsächlich ein ganzes Orchester mitGitarre, Mundharmonika am Hals, der Fuß schlägt den Takt an wenn nötig, eine Trommel,ein Glöckchen ein Notenständer. Aber Markus Nagy hat viele Anliegen. Er beginnt mit dem Song „Was Frieden heißt“. Der ist vor einer Woche entstanden, als Friedensdemo für den Friedensnobelpreisträger zur Weltfriedenskonferenz im Bayerischen Hof. Es sind nicht die richtigen Leute, die über den Frieden reden und entscheiden können, aber genau das Gegenteil in ihren Planungen haben.  Ähnlich schrecklich wehrt sich Markus Nagy gegen viele Dinge, die unter dem Deckmantel der „Schönheit“ von Models oder weiblichen Nicht-Models vorausgesetzt werden. Ihn treibt der Irrsinn unserer Tage um und er meldet sich dagegen zu Wort mit einem ganzen Orchester auf seinen Schultern.Das Publikum folgt seinen Gedanken und applaudiert, etwas nachdenklicher als vorher, denn das Publikum ist nicht dumm.Ein großer Abend für das Kaleidoskop.Der nächste Kaleidoskop Abend findet  am Montag den 4. März statt.5. Februar 2013                                                                      

 

Pia Richter-Haaser

 

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