So war´s  am 2. April 2012  

Text: Pia Richter-Haaser

 

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Csaba Gál

 

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bedankt sich bei Fredi für seine wertvolle technische Mitarbeit und die

selbstlose Hilfe bei allen Fragen der Dekoration. So gibt es heute ein Klavier auf der

Bühne und das nicht ohne Grund.

Den zahlreichen Gästen stellt er das heutige Programm vor, muss aber gleich darauf

hinweisen, dass die Programmfolge auf dem Papier nicht mit dem Ablauf übereinstimmt. 

 

Ulrich Büttner

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Autor und Herausgeber der Zeitschrift „Tollhaus“ in Nürnberg

schubst uns mit seinen Kurzgeschichten „Berlin im Schneidersitz“ in ein verwegenes

Milieu von Zwängen und Ausweglosigkeiten. Information ist alles. Jeder muss alles wissen, damit er in diesen Schubladenstaat  Deutschland passt:  quadratisch, praktisch, ungemütlich,

aber korrekt gekleidet, mit der Zeitung unter dem Arm. Menschen kämpfen um ein Berlin,

das immer weniger bereit ist, seinen Ruf als Zentrum für Lebenskünstler und Freidenker

zu verteidigen. Es sieht nicht gut aus für die Typen im „Schneidersitz“. Ulrich Büttner 

erntet viel Applaus für die treffende Beschreibung von Unvorstellbarem und allzu Menschlichem.

 

Suzan Fridell

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ist nicht ganz sicher, ob sie dieses Mal wirklich Gedichte-von-der Liebe

vortragen will. Sie stellt uns „das chinesische Holz“ vor, mit dessen Hilfe sie zarte,

fernöstlich anmutende Töne zaubert. Das passt wunderbar zu den federleichten Gedichten mit Titeln wie Der rote Schuh, das Bild, die Möwe, Schneeflöckchen u.a. Jedes mit Tönen des chinesischen Holzes eingeführt. Nun gibt es doch noch ein Liebesgedicht: 

„Fremde Länder“ . Hinter  „schwankenden Sternen in bizarren Systemen“, immer mit dem

Spruch „ das sagen die Kinder“ wieder auf die Erde geholt. Suzan Fridells überzeugende

Fröhlichkeit bei ihrem Tun überträgt sich auf das Publikum. Es wird begeistert geklatscht.

 

Wulf Schmid-Noerr,

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der bekannte Schauspieler, Autor und Musiker, beginnt sein Programm mit einer eigenen Komposition am Klavier. Dann überrascht er uns mit immer

neuen Zetteln, die er letzte Nacht geschrieben hat, aber leider noch nicht lernen konnte.

Die Mutter macht den Anfang, aber wir erfahren eine völlig neue Perspektive, was 

menschliches Leben an  Schwierigkeiten zu überwinden hat, um letztendlich doch im 

richtigen Bauch heran zu wachsen. Ein Feuerwerk an phantastischen Überlegungen zu

klassischen Themen wie „Frauen“ folgt, von denen „Emma Wiesenböck“ eine hervorstechende Rolle einnimmt. Allerweltsprobleme wie „Haben wir Semmeln im Haus?“

enden tragisch oder vergnüglich bei der Vorstellung, dass ein Mann und sein Sohn verzweifelt alle moralischen Forderungen erfüllen wollen und dann doch einfach an die Mauer „pinkeln“, weil sie sicher sind, dass die einzigen Beobachter, Gott und sein Sohn, dafür Verständnis haben werden. Dieses Weltgeschehen trägt Wulf Schmid-Noerr mit größter Leichtigkeit vor, wie das nur professionelles Können erreicht.

Das dankbare Publikum weiß es zu schätzen.

 

MundARTissimo – Barbara Lexa und Rupert Frank

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Die Künstler, mit Baritonhorn und Gitarre ausgerüstet, bedanken sich im voraus bei Fredi und auch beim Publikum. Ihr Wunsch, dem Publikum Zugang zur Bairischen Sprache zu vermitteln erfüllen Sie perfekt: Rupert Frank trägt das Lied auf  Deutsch vor. „Montag, Dienstag“, so weit verstehe ich noch alles, dann legt Barbara Lexa auf bairisch los. Ich 

glaube ihr gern, dass es den gleichen Inhalt hat, verstehe aber so gut wie nichts. Von einem Horn-Gulasch (??) ist die Rede und das bairisch sprechende Publikum kann sich köstlich

über die Lösung freuen, dass der Hund den Namen Sultan trug. Ich bin überfordert, leider.

Eine besondere Spezialität des Paares sind rasante Zungenbrecher wie:

Da Jackl, der Lackl, packt’s Fackl am Krogn, duad as Fackl in a Sackl, mechts mim Hackl

daschlogn, doch des Fackl, so a Prackl, is koa Dackl im Fraack, beißt an Jackl, den Lackl

durchs Sackl ins Gnackl.

Das Spanisch nicht wirklich eine Fremdsprache ist, weil man nur ein „o“ an jedes Wort

anzuhängen braucht, wird gern als Weisheit akzeptiert. Die wunderbaren Landler aus 

Wolfratshausen gehen uns besonders gut ins Ohr, wenn sie was vom Flamenco oder Tango

spüren lassen. Und so lässt sich das Publikum überzeugen, an bestimmten Stellen 

ein dreifaches „Bababa“ ertönen zu lassen.

 Montag, 16. April 2012 hat man wieder Gelegenheit Rupert Frank und Barbara Lexa 

In Wirthaus am Hart zu erleben.

 

 

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Manfred Erdmann fragt vorsichtig, ob Wolfgang Borchert noch bekannt ist. Oh ja, und

viele und erinnern sich an Titel wie „Draußen vor der Tür“ oder „Nachts schlafen die Ratten doch“. Die Kurzgeschichte mit dem seltsamen Namen „Schyschifusch“ ist mir neu. Aus der Sicht des Neffen wird die grausame Begegnung eines mächtigen Onkels,mit Sprachfehler aber ungetrübter Selbstachtung beschrieben, der sich einem kleinen Kellner, mit dem gleichen Sprachfehler, gegenüber sieht. Peinlich ist die Situation nur der Mutter und dem Kind. Die Herren finden mit umständlichen Argumenten schließlich heraus, dass sie sich nicht gegenseitig beleidigen wollen. Mit unglaublichen Wortschöpfungen entstehen im Zuhörer diese zwei Menschen, die nur die Gemeinsamkeit des Sprachfehlers verbindet und zum Schluss zwei Freunde daraus macht. Mit wunderbarer Einfühlsamkeit und großem Vergnügen an den menschlichen Reaktionen liest Manfred Erdmann diesen Text. Man möchte lachen über das absurde Geschehen und greift zum Ende doch fast zum Taschentuch, weil es richtig weh tut, was Menschen geschehen kann.

 

Am 4. Mai 2012 liest Manfred Erdmann im Prinzregenten-Garten in Pasing und am 

18. Mai 2012 im Giesinger Kulturcafé, in der Tegernseer Landstr. 96

 

 

 

                                                    

 

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